Mein 40. Geburtstag und was Dr. Covey damit zu tun hat

Meine Frau ist einfach der Hammer. Zuerst lockt Sie mich auf eine falsche Fährte, um mich letztendlich doch zu meiner insgeheim gewünschten Überraschungsparty zum 40. Geburtstag zu bringen. Was dann folgt… Doch lassen Sie mich zuerst kurz in die Vergangenheit reisen.

Ich muss so um die 24 Jahre alt gewesen sein, als mein damaliger Pastor mir das Buch „Die 7 Wege zur Effektivität“ von Dr. Stephen Covey empfahl.

Und dieses Buch hat es in sich. Es hat mich zum Nachdenken gebracht und mir einen klaren Fokus für mein Leben geschenkt. Und wahrscheinlich nicht nur mir, denn mittlerweile wurden über 25 Millionen Exemplare weltweit verkauft.

Was mein Inneres so tief erschüttert und meinem Leben eine klare Richtung gegeben hat, fragen Sie?

Lassen wir dazu den leider viel zu früh verstorbenen Autor, Dr. Covey, selbst zu Wort kommen:

„Vor Ihrem inneren Auge sehen Sie nun, wie Sie sich zur Beerdigung eines geliebten Menschen begeben.

Sie fahren mit dem Auto zur Friedhofskapelle, parken und steigen aus. Sie betreten das Gebäude und bemerken die Blumen und die sanfte Orgelmusik.

Sie sehen die Gesichter von Freunden und Angehörigen. Sie spüren die gemeinsame Trauer über den Verlust. Aber die Herzen der Anwesenden strahlen auch Freude darüber aus, dass sie diesen Menschen gekannt haben.

Als Sie nach vorne gehen und in den offenen Sarg blicken, sehen Sie plötzlich sich selbst daliegen.

Dies hier ist Ihre Beerdigung, die in drei Jahren stattfinden wird.

All diese Menschen sind gekommen, um Ihnen die letzte Ehre zu erweisen, Ihnen Liebe und Anerkennung für Ihr Leben auszusprechen.

Sie suchen sich ein Platz und warten auf den Beginn der Feier. Ein Programm sagt Ihnen, dass es vier Redner geben wird.

Der erste ist jemand aus Ihrer Familie, der engen und auch der weiteren-Kinder, Brüder, Schwestern, Nichten, Neffen, Tanten, Onkel, Cousinen, Vettern und Großeltern, die aus dem ganzen Land angereist sind, um dabei zu sein.

Der zweite Sprecher ist einer Ihrer Freunde, jemand, der einen Eindruck davon vermitteln kann, wie Sie als Person waren.

Der dritte Sprecher stammt aus Ihrer Berufswelt.

Und der vierte kommt aus einer Organisation, zum Beispiel den Verein, bei dem Sie sich engagiert haben.

Nun denken Sie gründlich nach.

Was würden Sie von jedem der Redner gerne über sich und Ihr Leben hören? Welche Art von Ehepartner, Vater oder Mutter sollen die Worte beschreiben? Welche Art von Sohn, Tochter, Vetter oder Cousin? Welche Art von Freund? Welche Art von Kollege? Welchen Charakter sollen die Reden beschreiben? An welche Beiträge und Leistungen sollen sie erinnern?

Schauen Sie sich die Anwesenden sorgfältig an. Was hätten Sie gerne zu deren Leben beigetragen?

Nehmen Sie sich nun, bevor sie weiterlesen, ein paar Minuten Zeit, um Ihre Eindrücke zu notieren.“


Heftig, oder? Schnaufen Sie mal kurz durch.

Nachdem ich diesen Auszug noch einmal gelesen habe, kann ich Covey nur darin bestätigen, dass durch diese Visualisierungsübung die eigenen tiefen, fundamentalen Werte berührt werden. Man nimmt Kontakt zum eigenen inneren Führungssystem auf.

Ich tat das damals auch und tue es immer noch regelmäßig in der Selbstreflektion. Es tat auch nicht weh. Naja, vielleicht ein bisschen.

Als ich meiner Frau vorschlug, sie solle diese Übung auch einmal ausprobieren, wurde ihr ganz mulmig zumute. Sie hat es in sich, aber die Erkenntnisse daraus sind viel zu wichtig, um dem Verdrängungsgefühl und der Angst die Oberhand zu lassen.

Ina, meine Frau, tat es dann doch.

Und Sie, sind Sie auch bereit dazu? Warten Sie aber bitte noch kurz damit und lesen Sie weiter.

Denn jetzt endlich komme ich zu meinem Wow-Erlebnis! Ich habe meine Grabrede geschrieben. All das, was man über mich und meinem Leben sagen sollte. Aber auch all das, was ich Wichtiges zum Leben meiner Weggefährten beitragen möchte.

Ich öffne Ihnen jetzt meine private Schatztruhe und lasse meine Freunde für mich sprechen. Ina kam nämlich auf die sensationell gute Idee, Kärtchen auf meiner Party zu verteilen. Darauf sollte jeder eine persönliche Botschaft an mich, eine kurze Anekdote mit mir oder eine meiner Charaktereigenschaften schreiben.

Hier sehen Sie die Ergebnisse in Bild und Schrift:

Die Worte aus meiner Trauerrede sind schon jetzt zur Realität geworden. Wie gut, dass ich nicht bis zu meinem Tod warten muss, um sie zu hören. Ich durfte das alles persönlich miterleben. Putzmunter und lebendig.

Mein Schwiegervater hielt dann noch eine Laudatio… welch ein wundervoller Tag.

Meine Bemühungen, Menschen zu lieben und zu respektieren, stets bereit sein, Fehler zu vergeben, nicht immer auf das eigene Recht zu pochen, ihnen zuzuhören und für sie da zu sein, sie zu motivieren aber auch Klartext zu reden, wurden am 15. Januar 2017 bestätigt.

Ein Tag der tiefen Dankbarkeit und Zufriedenheit. Gott sei Dank habe ich tolle Menschen an meiner Seite, die auch das Gleiche für mich tun.

Denn ich bin nicht perfekt. Ich mache Fehler. Immer wieder. Auch mir wird vergeben. Aber ich muss mich nicht verstellen. Ich bin geliebt und dafür bin ich dankbar.

Ich komme für heute zum Schluss und ende mit einer Bitte. Beantworten Sie auch für sich die Frage:

„Wie möchtest du von den dir wichtigsten Menschen gesehen werden und welchen wertvollen Beitrag leistest du in deren Leben?“

Warten Sie damit nicht bis zu Ihrem Begräbnis. Dann ist es nämlich zu spät. Warten Sie damit auch nicht bis zu Ihrem 75. Lebensjahr, denn Sie wissen nicht, wie viele Jahre Ihnen noch bleiben. Schreiben Sie Ihre eigene Rede.

Weiterführende Links:

http://www.focus.de/kultur/leben/modernes-leben-schreiben-sie-ihre-grabrede_aid_181591.html

Was Sie unbedingt über mich wissen sollten.

Begeben wir uns kurz in das Jahr 1991.

NBA-Finalserie. Spiel 1 – Chicago Bulls gegen L.A. Lakers. Ein gewisser Michael Jordan setzt zum legendären Flug an und verzaubert die Massen. Und nicht nur die.

Ich war 14 Jahre alt und dieser Superstar des Basketballs hatte mein Herz erobert. Das klingt zwar irgendwie komisch, aber genau so war es. Jedes Mal, wenn ich seinen Namen hörte, war ich voller Aufregung.

Und so kam schnell eins zum anderen.

Neben seiner ganzen Persönlichkeit, interessierten mich auch seine Basketballstatistiken. Wie war seine Freiwurf-Quote? Wie viele Punkte erzielte er pro Spiel? Wie viele davon in den Playoffs? Es waren unglaublich viele Zahlen.

Und plötzlich war sie da – die Leidenschaft für schier endlose Datenreihen. Ich kaufte mir sogar spezielle amerikanische Magazine, die voll davon waren. 10 D-Mark kosteten diese damals. Sehr viel Geld für einen Teenager. Aber was spielt Geld schon für eine Rolle, wenn man sein Idol liebt und eine brennende Leidenschaft besitzt?

Damals war mir klar, mein Job wird mit Zahlen zu tun haben. Mit sehr vielen Zahlen. So viel war sicher.

Als Statistiker zu arbeiten, das erfuhr ich dann während meines BWL-Studiums, wäre mir zu langweilig gewesen. Und da ich sehr gerne mit Menschen kommuniziere, führte mein Weg in die Finanzberatung. Passt doch ganz gut, dachte ich mir in meinem jugendlichen Leichtsinn.

Doch ich sollte mich irren.

Die Finanzberatung, wie man sie kennt und leider zu Recht verschmäht, hat sehr wenig mit einer Planung seiner Finanzen zu tun, wie ich sie verstehe. Doch auch Finanzplanung ist nicht gleich Finanzplanung. Leider. Es könnte einfach sein.

Aber die Finanzindustrie-Lobby ist sehr stark. Für eine echte Finanzplanung ist keine Zeit und den meisten „Beratern“ fehlt es an Können und Wollen! Produkte müssen verkauft werden, damit Provisionen fließen. Nicht nur für die Bank, sondern auch an die Berater. So läuft das nun mal.

Diese Erfahrungen machte ich unter anderem auch bei der Deutschen Bank. Ich war Teil dieses Systems und ich wollte da raus.

Ende März 2011 verließ ich die Bank, um mich auf eigene Füße zu stellen.

Relativ schnell nahm ich an einer Fortbildung zum Thema „Versteckte Kosten in der Geldanlage“ teil. Meinen Kollegen und mir wurde schlecht. Was wir da hörten und anschließend berechnet bekamen, raubte uns den Atem.

Die Kosten sind so hoch, dass hier nur einer gewinnen kann. Und das ist nicht der Kunde.

Ich entschied einen Radikalschnitt zu machen. Mir wurde klar, dass ich in Zukunft von meinen Kunden auf Honorarbasis bezahlt werden möchte. Kein Hoffen mehr auf Produktabschlüsse, sondern durch ehrliche und faire Beratung einen echten Mehrwert liefern. Intelligente und kostengünstige Finanzlösungen gab es als Sahnehäubchen dazu.

Und wie reagierten meine Kunden auf diesen Sinneswandel?

Das Schlüsselerlebnis hatte ich mit einem Kunden von der Börse Stuttgart.

Dieser war erstaunt über meine Ehrlichkeit und dass ich 10.000 Euro an Provisionen zurückzahlen müsste, wenn er die kostenverseuchten Verträge kündigt. Mein neuer Ansatz und die neue Produktlösung gefielen ihm aber so gut, dass er mir eine zweite Chance gab. Mein Honorar bezahlte er anstandslos und sieben Neukunden-Empfehlungen bekam ich dazu.

Ich war überglücklich! Das Jahr 2012 wurde ein sehr erfolgreiches.

Doch ich fühlte mich noch nicht richtig wohl mit meiner Positionierung und meinem Dienstleistungsangebot.

Im Jahr 2014 lernte ich dann meinen Mentor aus England kennen. Neben unserer Leidenschaft für Zahlen, teilen wir aber auch die gleiche traurige Erfahrung.

Es geht um unsere Eltern.

Meine waren hart arbeitende Menschen und zählten schon die Jahre, bis sie endlich ihren Lebensabend in Kroatien verbringen konnten.

Bis dato hatte mein Vater meine Mutter immer mit den Worten vertröstet: „Wir werden unser Leben einmal genießen, sobald wir in Rente sind.“ Doch dazu kam es leider nicht. Meine Mutter verstarb viel zu früh im Alter von 57 Jahren an Brustkrebs und mit ihr einige Lebensträume.

„Wir werden genießen, wenn…“ – viel zu oft habe ich diesen Satz auch von meinen Kunden gehört.

Warum will alle Welt einem weismachen, dass man bis 67 arbeiten muss?

Was ist, wenn mir so viel Zeit gar nicht mehr bleibt oder meinem geliebten Partner?

Was ist, wenn mein Rücken nicht mehr mitspielt und ich die Weltreise mit meiner Tochter nicht antreten kann?

Was ist, wenn ich genug finanzielles Polster habe, um mit 55 auszusteigen, doch niemand sagt es mir (und alleine kann ich es nicht, weil mir die Leidenschaft für Zahlen fehlt)?

Was ist, wenn ich mir jetzt Zeit nehme, um meine Ehe zu retten?

Was ist, wenn ich den Job, den ich hasse, gegen einen tausche, der mich wirklich glücklich macht? …

Spannende Fragen, nicht wahr?

Und genau um solche und um die entsprechenden Exit-Strategien, geht es hier in meinem Blog und in meinem Beratungsunternehmen Exitplanner. Die schmerzliche Erfahrung durch den Tod meiner Mutter hat mir die Augen geöffnet. Sieben Jahre später, aber manchmal braucht es eben seine Zeit.

Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich eine ganz spezielle Gruppe von Lesern vor Augen, an die dieser Blog gerichtet ist.

Es sind Menschen, die ihren Status Quo hinterfragen.

So wie meine Kunden. Sie sind für mich smarte Helden. Sie geben sich mit dem Status Quo nicht zufrieden, sondern fordern ihn sogar heraus. Der Ausstieg aus dem Hamsterrad steht bevor. Es ist Zeit, die Fehler aus der ersten Lebenshälfte zu begraben und die zweite ausgefüllter und zufriedener zu gestalten. Das erfordert Mut und Stärke.

Mit diesem Blog möchte ich Sie dabei unterstützen.

In diesem Sinne, herzlich willkommen auf meiner Seite. Ich freue mich auf einen interessanten Austausch und wünsche mir, dass wir zu einer verschworenen Gemeinschaft heranwachsen.

Darum habe ich eine Bitte:

Kommentieren Sie, was das Zeug hält. Teilen Sie die Blogbeiträge und lassen Sie uns gemeinsam daran mitwirken, mehr Menschen in die private und berufliche Freiheit zu bringen. Lassen Sie uns smarte Helden sein, Vorbilder und Inspiration für andere.

Wir haben nur das eine Leben bekommen. Machen wir das Beste daraus.

Warum Ihnen mein 40. Geburtstag helfen kann, den Grundstein für Ihre eigene Exit-Strategie zu legen, können Sie hier nachlesen.

Herzliche Grüße,

Marin Marinov