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Downsizen? Exit? Smarte Persönlichkeiten fordern den Status Quo heraus.

Telefongespräch mit Ute, Jahrgang 1967.

Marin: Ute, wie geht es dir, seit deinem Exit als Unternehmerin? Fehlt dir dein altes Leben? Ist dir langweilig?

Ute: Ganz im Gegenteil, Marin. Ich fühle mich pudelwohl. Von Langeweile keine Spur. Gassi gehen im Wald, lesen und Freunde treffen, Fitnessstudio und Sauna. Ich kann dir sagen, die Zeit vergeht wie im Flug. Nur das eine hätte ich nicht erwartet: Mein Sohn denkt, ich könnte jetzt vor lauter Freizeit verblöden.

Fassen wir das mal kurz zusammen. Eine gestresste Unternehmerin erfüllt sich ihren Traum und steigt mit 48 Jahren aus dem Hamsterrad aus. Es geht ihr gut. Sie liebt ihre Freiheit. Sie liebt ihr neues Leben und gönnt sich zwei Jahre „Nichtstun“, um neue Ideen zu bekommen.

Wenn da nicht die Stimmen von außen wären. Und diese haben es in sich.

Bei Ute prallte die abwertende Aussage ihres Sohnes ab.

Aber wie steht es um kränkende Aussagen durch Unternehmerfreunde oder Kollegen aus der Führungsetage? Wie kannst du jetzt bloß aufhören? Was machst du mit der vielen Zeit? Den ganzen Tag Gartenarbeit und deiner Familie auf den Wecker fallen?

Die Absicht, etwas in Ihrem Leben verändern zu wollen, ist vorhanden. Wenn da nicht die Stimmen wären.

Viel zu oft hören wir darauf, was andere Menschen Negatives zu uns sagen. Sie wurden nicht gefragt und geben trotzdem „wohlgemeinten“ Rat. Die Angst überkommt uns und besiegt letztendlich unseren Mut. Alles bleibt beim Alten.

Der Traum, vom Manager zum Oldtimerrestaurateur, löst sich in Luft auf. Dann warte ich eben noch 15 Jahre, bis ich in Rente gehe.

Als ich mit 23 Jahren entschied, mich selbständig zu machen, hörte ich auch solche Stimmen.

Als junger Vater weiß ich jetzt, dass es meine Eltern nicht böse mit mir meinten. Bei einigen Freunden schwang sicher auch etwas Neid mit. Frei über seine Zeit verfügen zu können, wer möchte das nicht? Hätte ich den Ausstieg aus meinem langweiligen Angestelltendasein nicht gewagt, wäre ich wahrscheinlich heute ein… egal was, es kam nicht dazu und darauf bin ich stolz. Nur, mit damals 23 Jahren hatte ich leicht zu reden. Geringe finanzielle Verpflichtungen, keine Kinder, keine Partnerin, einfach nur Single.

Was soll da groß passieren?

Aber in mir war dieser Drang. Wie bei vielen anderen auch. Lassen wir Thomas Fritz zu Wort kommen. In seinem Buch „Der Downsizer“, schreibt er folgendes:

„So spürt der erfolgreiche Controller, dass er eigentlich viel lieber etwas Künstlerisches machen würde, der weltweit herumreisende Manager spürt, dass er am liebsten zu Hause ist, der ständig am Schreibtisch sitzende Mitarbeiter fühlt, dass er am liebsten körperlich arbeiten würde, der sich in ständigem Trubel befindende Verkäufer sehnt sich nach der Ruhe im Wald, der andere Menschen aufgrund von Renditevorgaben fehlberatende Investmentbanker sehnt sich nach einer moralischen Betätigung usw.

Diese Menschen spüren, dass sie eine von den Eltern, den gesellschaftlichen Umständen, dem familiären Umfeld, der damaligen Situation geschuldeten Umständen geprägte Rolle angenommen haben und in etwas hineingerutscht sind, dass nicht ihren innersten Bedürfnissen entspricht.

Sie nehmen aber normalerweise diese Rolle an und leben sie oft ein Leben lang, weil sie sich einreden, dass alles in Ordnung ist und sie sich nicht trauen, aus diesem geordneten Umfeld auszubrechen.

Das sind dann die Menschen, die immer von einem Ausstieg träumen, immer davon reden, aber doch leider viel zu selten den Mut aufbringen, ihre Rolle zu wechseln, um endlich ihre Bestimmung zu leben.

Oftmals brauchen diese Menschen eine Aufmunterung oder ein Ereignis von außen, das sie dann „zwingt“, ihre ungeliebte Rolle aufzugeben und ihr Leben zu leben.“

Bei Thomas sah das wie folgt aus:

Woche 0: Endlich ist es so weit – Ich habe genug – Macht euren Mist alleine – Ich steige aus.

Nach ca. 6000 Arbeitstagen, 1,3 Mio. selbst gefahrenen km, 25 Flughäfen, 12 verpassten Flügen, 4 verloren gegangenen Koffern, 4000 Hotelübernachtungen, 240 Gesellschafterterminen, 20 Firmenneugründungen, 1 Goldenen Lenkrad, 4 Turnarounds, 10 verpassten Kindergeburtstagen und 8 vergessenen Hochzeitstagen, 1 Scheidung, 5 verloren gegangenen besten Freunden, 10 000 Geschäftsessen und 25 kg Übergewicht ist es nun endlich so weit:

Ich höre auf, bzw. neudeutsch: Ich size down.

Diese Entscheidung entstand natürlich nicht über Nacht, sondern war ein langer Prozess, der mit meinem 40. Geburtstag, zu Beginn einer kleinen Midlife-Crisis auf einer einsamen Ranch in Arizona beim Cowboyspielen begann.

Thomas ist ein smarter Held. Er hat es geschafft. Er hat sich getraut und wurde belohnt. Es war ein langer Prozess. Der Weg zur Bergspitze ist mühsam und schwer. Mutige Entscheidungen müssen getroffen werden, um die Hürden zum Gipfel zu meistern. Aber keine Sorge. Ich helfe Ihnen dabei.

Welche finanziellen Überlegungen Sie zur privaten Exit-Strategie vornehmen müssen, können Sie hier nachlesen.

Wenn Sie ernsthaft an einer Veränderung interessiert sind, sollten Sie sich die folgenden Fragen beantworten:

Was hindert Sie daran, Ihr Leben zu leben?

  • Zu wenig Zeit?
  • Zu wenig Geld?
  • Gesundheit?
  • Job?
  • Perspektivlosigkeit?
  • Familie?

-> Was ist es bei Ihnen persönlich?

  • Wie viel Zeit bräuchten Sie mehr, um Ihr gewünschtes Leben zu leben?
  • Wie genau stellen Sie sich Ihr Leben vor?
  • Was sind Ihre Zeitfresser?
  • Warum fressen die Ihre Zeit?
  • Warum lassen Sie das zu?

Ist der erste wichtige Schritt getan, fängt der Stein an zu rollen. Gedanken müssen strukturiert und priorisiert werden. Gespräche mit der Familie, mit Mitarbeitern, Vorgesetzten, Stakeholdern, Lieferanten stehen an.

Das alles ist nicht ohne.

Beginnen Sie in Ihrem Inneren aufzuräumen. Manche müssen dazu zwei Tage ins Kloster, andere wiederum in ein gutes Hotel oder ein fremdes Land.

Doch die Erkenntnisse daraus sind Gold wert. Denken Sie an Ihre verbleibende Zeit auf dieser Erde. Wir kennen sie nicht. Aber sie ist begrenzt.

Beginnen Sie heute oder spätestens in drei Tagen mit Ihrer Lebensplanung. Danach hat Sie der Alltagslärm wieder fest im Griff und Ihre innere Stimme wird es schwer haben, Gehör zu finden.

Der Unternehmer Lars Bobach hat auf seinem tollen Blog seine Lebensplanung veröffentlicht. Diese könnte Ihnen auch bei Ihrer Ausarbeitung weiterhelfen:

Wie mir einer der einflussreichsten Menschen seiner Zeit, Dr. Stephen Covey, bei meiner Lebensplanung half und was dies mit meinem 40. Geburtstag zu tun hat, können Sie hier lesen.

Photo by Nina Uhlíková from Pexels

Mein 40. Geburtstag und was Dr. Covey damit zu tun hat

Meine Frau ist einfach der Hammer. Zuerst lockt Sie mich auf eine falsche Fährte, um mich letztendlich doch zu meiner insgeheim gewünschten Überraschungsparty zum 40. Geburtstag zu bringen. Was dann folgt… Doch lassen Sie mich zuerst kurz in die Vergangenheit reisen.

Ich muss so um die 24 Jahre alt gewesen sein, als mein damaliger Pastor mir das Buch „Die 7 Wege zur Effektivität“ von Dr. Stephen Covey empfahl.

Und dieses Buch hat es in sich. Es hat mich zum Nachdenken gebracht und mir einen klaren Fokus für mein Leben geschenkt. Und wahrscheinlich nicht nur mir, denn mittlerweile wurden über 25 Millionen Exemplare weltweit verkauft.

Was mein Inneres so tief erschüttert und meinem Leben eine klare Richtung gegeben hat, fragen Sie?

Lassen wir dazu den leider viel zu früh verstorbenen Autor, Dr. Covey, selbst zu Wort kommen:

„Vor Ihrem inneren Auge sehen Sie nun, wie Sie sich zur Beerdigung eines geliebten Menschen begeben.

Sie fahren mit dem Auto zur Friedhofskapelle, parken und steigen aus. Sie betreten das Gebäude und bemerken die Blumen und die sanfte Orgelmusik.

Sie sehen die Gesichter von Freunden und Angehörigen. Sie spüren die gemeinsame Trauer über den Verlust. Aber die Herzen der Anwesenden strahlen auch Freude darüber aus, dass sie diesen Menschen gekannt haben.

Als Sie nach vorne gehen und in den offenen Sarg blicken, sehen Sie plötzlich sich selbst daliegen.

Dies hier ist Ihre Beerdigung, die in drei Jahren stattfinden wird.

All diese Menschen sind gekommen, um Ihnen die letzte Ehre zu erweisen, Ihnen Liebe und Anerkennung für Ihr Leben auszusprechen.

Sie suchen sich ein Platz und warten auf den Beginn der Feier. Ein Programm sagt Ihnen, dass es vier Redner geben wird.

Der erste ist jemand aus Ihrer Familie, der engen und auch der weiteren-Kinder, Brüder, Schwestern, Nichten, Neffen, Tanten, Onkel, Cousinen, Vettern und Großeltern, die aus dem ganzen Land angereist sind, um dabei zu sein.

Der zweite Sprecher ist einer Ihrer Freunde, jemand, der einen Eindruck davon vermitteln kann, wie Sie als Person waren.

Der dritte Sprecher stammt aus Ihrer Berufswelt.

Und der vierte kommt aus einer Organisation, zum Beispiel den Verein, bei dem Sie sich engagiert haben.

Nun denken Sie gründlich nach.

Was würden Sie von jedem der Redner gerne über sich und Ihr Leben hören? Welche Art von Ehepartner, Vater oder Mutter sollen die Worte beschreiben? Welche Art von Sohn, Tochter, Vetter oder Cousin? Welche Art von Freund? Welche Art von Kollege? Welchen Charakter sollen die Reden beschreiben? An welche Beiträge und Leistungen sollen sie erinnern?

Schauen Sie sich die Anwesenden sorgfältig an. Was hätten Sie gerne zu deren Leben beigetragen?

Nehmen Sie sich nun, bevor sie weiterlesen, ein paar Minuten Zeit, um Ihre Eindrücke zu notieren.“


Heftig, oder? Schnaufen Sie mal kurz durch.

Nachdem ich diesen Auszug noch einmal gelesen habe, kann ich Covey nur darin bestätigen, dass durch diese Visualisierungsübung die eigenen tiefen, fundamentalen Werte berührt werden. Man nimmt Kontakt zum eigenen inneren Führungssystem auf.

Ich tat das damals auch und tue es immer noch regelmäßig in der Selbstreflektion. Es tat auch nicht weh. Naja, vielleicht ein bisschen.

Als ich meiner Frau vorschlug, sie solle diese Übung auch einmal ausprobieren, wurde ihr ganz mulmig zumute. Sie hat es in sich, aber die Erkenntnisse daraus sind viel zu wichtig, um dem Verdrängungsgefühl und der Angst die Oberhand zu lassen.

Ina, meine Frau, tat es dann doch.

Und Sie, sind Sie auch bereit dazu? Warten Sie aber bitte noch kurz damit und lesen Sie weiter.

Denn jetzt endlich komme ich zu meinem Wow-Erlebnis! Ich habe meine Grabrede geschrieben. All das, was man über mich und meinem Leben sagen sollte. Aber auch all das, was ich Wichtiges zum Leben meiner Weggefährten beitragen möchte.

Ich öffne Ihnen jetzt meine private Schatztruhe und lasse meine Freunde für mich sprechen. Ina kam nämlich auf die sensationell gute Idee, Kärtchen auf meiner Party zu verteilen. Darauf sollte jeder eine persönliche Botschaft an mich, eine kurze Anekdote mit mir oder eine meiner Charaktereigenschaften schreiben.

Hier sehen Sie die Ergebnisse in Bild und Schrift:

Die Worte aus meiner Trauerrede sind schon jetzt zur Realität geworden. Wie gut, dass ich nicht bis zu meinem Tod warten muss, um sie zu hören. Ich durfte das alles persönlich miterleben. Putzmunter und lebendig.

Mein Schwiegervater hielt dann noch eine Laudatio… welch ein wundervoller Tag.

Meine Bemühungen, Menschen zu lieben und zu respektieren, stets bereit sein, Fehler zu vergeben, nicht immer auf das eigene Recht zu pochen, ihnen zuzuhören und für sie da zu sein, sie zu motivieren aber auch Klartext zu reden, wurden am 15. Januar 2017 bestätigt.

Ein Tag der tiefen Dankbarkeit und Zufriedenheit. Gott sei Dank habe ich tolle Menschen an meiner Seite, die auch das Gleiche für mich tun.

Denn ich bin nicht perfekt. Ich mache Fehler. Immer wieder. Auch mir wird vergeben. Aber ich muss mich nicht verstellen. Ich bin geliebt und dafür bin ich dankbar.

Ich komme für heute zum Schluss und ende mit einer Bitte. Beantworten Sie auch für sich die Frage:

„Wie möchtest du von den dir wichtigsten Menschen gesehen werden und welchen wertvollen Beitrag leistest du in deren Leben?“

Warten Sie damit nicht bis zu Ihrem Begräbnis. Dann ist es nämlich zu spät. Warten Sie damit auch nicht bis zu Ihrem 75. Lebensjahr, denn Sie wissen nicht, wie viele Jahre Ihnen noch bleiben. Schreiben Sie Ihre eigene Rede.

Weiterführende Links:

http://www.focus.de/kultur/leben/modernes-leben-schreiben-sie-ihre-grabrede_aid_181591.html

Exit-Strategie – Wie Sie damit smart beginnen können.

Haben Sie eine Exit-Strategie? Würden Ihnen 130.000 Euro jährliche Mieteinnahmen für ein sorgenfreies Leben ausreichen?

Stellen Sie sich vor, Ihre Arbeitstage als freiberuflicher Unternehmensberater sind gezählt. Sie sehnen sich nach Ruhe und Zufriedenheit. Geldverdienen ist Ihnen nicht mehr wichtig. Die Mieteinnahmen reichen doch für ein erfülltes Leben aus.

Denken Sie sich.

Bevor ich weitermache, lassen Sie mich kurz auf den Exit-Begriff eingehen.

Wie Sie wissen, geht es bei einer Exit-Strategie darum, seinem Leben eine entscheidende neue Richtung zu geben.

Ihre Motive kenne ich nicht. Nicht selten sind es heftige Erlebnisse.

Im privaten und beruflichen Umfeld versterben Ihnen lieb gewonnene Menschen. Ihnen wird bewusst, wie kurz das Leben in Wirklichkeit ist.

Ihre Eltern führen ein tristes Dasein als Rentner oder sind pflegebedürftig.

Ein Herzinfarkt zwingt Sie zum Umdenken oder Ihre Executive-Aufgaben haben Sie ausgelaugt.

Ihr Unternehmen bereitet Ihnen keine Freude mehr. Sie überlegen ernsthaft, ob Sie das Kaufangebot annehmen sollen, denn Ihre Kinder sind daran nicht interessiert.

Was auch immer es bei Ihnen sein könnte, Sie wünschen eine Veränderung. Ihre Finanzstärke schätzen Sie als gut ein. Und genau hier kommt der Knackpunkt: Wie gut ist diese wirklich?

Folgende Überlegungen sollten Sie jetzt anstellen:

Nehmen wir an, Sie sind 50 Jahre alt (das Durchschnittsalter meiner Kunden liegt bei 47-54 Jahren). In 5 Jahren planen Sie eine Veränderung.

Sie wollen ihre Arbeit nicht mehr gegen Rechnung eintauschen. Ihre neue Währung lautet ZEIT. Zeit für die Dinge, die Ihnen wichtig sind.

Sie haben Träume, die Sie bis dato haben vergraben müssen. Jetzt ist es an der Zeit, diese ans Tageslicht zu holen.

Doch Ihr Enthusiasmus bekommt schnell einen Dämpfer.

Auf Ihren Schultern sitzt ein kleiner Bösewicht, der Ihnen ständig ein schlechtes Gewissen ins Ohr säuselt:

„Vergiss Deine Träume. Sei doch nicht dumm. Du verdienst 240.000 Euro im Jahr. Darauf kannst du doch nicht verzichten. Mit 55 aufzuhören kannst du dir eh nicht leisten, bei deinem Lebensstil. Und was wird deine Frau davon halten? Sie wird dich bestimmt nicht unterstützen. Sicherheit steht bei ihr an erster Stelle. Lieber bis 65 arbeiten und dann genießen…“

Doch dieses Mal halten Sie dagegen. Ein lautes NEIN kommt über Ihre Lippen. Gedanken schießen Ihnen in den Kopf: Was ist, wenn meine Finanzstärke doch gut genug für einen Exit ist?

Alles, was ich tun muss, ist, mir Zeit frei zu schaufeln und mir einen Überblick zu verschaffen. Danach habe ich die erhoffte Klarheit und die negativen Stimmen verstummen für immer.

Also machen Sie sich ans Werk. Sie haben eine Checkliste erstellt und sitzen jetzt bei einem guten Kaffee an Ihrem Schreibtisch. Ihre „Finanzkram“-Ordner liegen vor Ihnen. Eine Vorfreude macht sich deutlich bemerkbar, aber auch die Angst, Fehler zu machen.

Als erstes müssen Sie eine kleine finanzmathematische Übung meistern. Diese geht wie folgt:

In 5 Jahren wollen Sie mit Ihrem aktuellen Beruf aufhören. Welches Vermögen brauchen Sie, um von 55 bis 90 davon leben zu können?

Das sind die Parameter:

Lebenshaltungskosten 84.000 Euro pro Jahr
Kapitalanlagezins 2 % pro Jahr

Haben Sie das Ergebnis?

Hier ist es. Das benötigte Startkapital mit Alter 55 sind 2.119.064,14 €

Sie brauchen also großzügig aufgerundet 2,2 Mio. Euro, um davon ein tolles Leben bestreiten zu können.

Jetzt wird´s leider etwas komplex.

Ihre Ausgaben werden durch die Inflation teurer. Diesen Ausgleich sollten Sie berücksichtigen oder Sie nehmen diesen Verlust hin. Letzteres bedeutet, relativ einfach gesagt, sich jedes Jahr etwas weniger leisten zu können.

Hier eine kurze Übersicht, um die Auswirkungen einer Inflation zu verstehen.

Ausgaben in 2017: 84.000 Euro

Ausgaben in 2018: 85.860 Euro

Ausgaben in 2019: 87.393,60 Euro

> Die Ausgaben für Ihren Lebensstandard werden durch die Inflation verteuert. Möchten Sie Ihren Lebensstandard halten, müssten Sie somit Ihre Einnahmen entsprechend erhöhen.

Gerade bei Immobilienvermietungen sollte das möglich sein, nur private Investoren machen hier sehr viele Fehler.

Können Sie Ihre Einnahmen nicht erhöhen, dann sieht der Verlust ihrer Kaufkraft wie folgt aus:

Ausgaben in 2017: 84.000 Euro

Ausgaben in 2018: 82.352,94 Euro

Ausgaben in 2019: 80.738,18 Euro

Sie können also weniger ausgeben als das Jahr zuvor usw. Also weniger Restaurantbesuche, Urlaube etc. Und das von Jahr zu Jahr.

Sie haben jetzt ein gutes Bild der Konsequenzen vor Augen. Bei der eigenen privaten Liquiditätsplanung muss die Inflation unbedingt berücksichtigt werden. Sonst droht ein böses Erwachen.

An dieser Stelle wird der ein oder andere sicherlich das Argument vorbringen, die Inflation sei viel höher.

Man spricht von gefühlter Inflation.

Wie hoch diese tatsächlich ist, kann nur vermutet werden. Ich habe für meine eigene Planung trotzdem nur 2 % angesetzt, da mich 3 oder mehr Prozent demotivieren würden.

Schauen wir uns jetzt das Ergebnis des Kapitalvermögens mit Berücksichtigung der Inflation an:

Das sind die Parameter:

Lebenshaltungskosten 84.000 Euro pro Jahr (Ausgaben hier erfassen)
Kapitalanlagezins 2 % pro Jahr
Inflation 2 %

Benötigtes Startkapital mit Alter 55 = 2.908.680,04 €

Ach du meine Güte, was ist jetzt passiert?

Um die Inflation auszugleichen, benötigen Sie jetzt fast 800.000 Euro mehr Kapital. Doch es kommt noch schlimmer.

Denn das alles sind Nettowerte. Der Fiskus will ja auch noch einen Teil vom Kuchen. Stichwort Abgeltungsteuer.

Aber vielleicht sieht es bei Ihnen viel besser aus?

Oder Sie verzichten einfach auf 10 Jahre und springen schon mit 80 Jahren in die schwarze Box. Ich bitte den Sarkasmus zu entschuldigen, aber hier hilft nur Klartext.

Sie sehen, Sie haben also mehrere Optionen. Manche Menschen unterschätzen die Macht der Zahlen und Ausgaben. Und das kann bitter enden. Plötzlich muss das geliebte Ferienhaus verkauft werden…

Bei meinem Kunden haben die 130.000 Euro Mieteinnahmen übrigens wirklich nicht gereicht. Zumindest für vier Jahre nicht. Denn obwohl er nicht im Luxus schwelgt, hätte er für diese Zeit Liquiditätsunterdeckungen ausgleichen müssen. Das hätte einen Vermögensverzehr bedeutet. Und das will ja niemand.

In seiner Cashflowberechnung hatte er die Abgaben ans Finanzamt nicht berücksichtigt.

Trotzdem zieht er seinen Exit mit knapp 55 Jahren durch.

Der Verkauf eines Mehrfamilienhauses beschert ihm 2,2 Mio. Euro und somit ist genug Spielraum vorhanden, neben den weiteren Einkünften (Miete und Kapitalerträge), ein tolles Leben führen zu können.

Und der absolute Höhepunkt in diesem Fall war dann sein Anruf, in dem er mir mitteilte, sein Geld nicht unnötig liegen lassen zu wollen.

1 Mio. Euro möchte er in soziale Projekte investieren. Ein echter Held eben. Und smart noch dazu.

Für mich die absolute Erfüllung, diesen tollen Menschen bei seiner Reise begleiten zu dürfen.

Fazit

Ohne seine Ausgaben und sein Vermögen zu kennen, kann die Exit-Strategie wie ein Kartenhaus zusammenfallen.

Vorüberlegungen, etwa mit 55 anstatt mit 60 nur noch optional zu arbeiten, können Sie nur anstellen, wenn Sie absolute Klarheit oder entsprechend sehr viel Vermögen haben.

Die meisten kennen ihre Zahlen jedoch nicht.

Bei komplexen Vermögensstrukturen ist das auch kein Wunder. Nehmen Sie sich daher die nötige Auszeit und gehen Sie Ihre eigenen Zahlen durch.

Meine Zahlen kenne ich erst seit 6 Jahren.

Vorher war ich zugegebener Maßen faul und nicht wirklich interessiert. Bis ich ein heftiges „Ach-du-meine-Güte-Erlebnis“ hatte.

Manchmal braucht es einen solchen Dämpfer und für mich kam er genau richtig. Jetzt kann ich viel besser die Konsequenzen meiner Entscheidungen nachvollziehen. Das sorgt für Klarheit, Zufriedenheit und ruhige Nächte.

Wie steht es mit Ihnen und Ihren Zahlen? Haben Sie diese im Griff oder stehen Sie damit auf Kriegsfuß?

Photo by Adrianna Calvo from Pexels

Was Sie unbedingt über mich wissen sollten.

Begeben wir uns kurz in das Jahr 1991.

NBA-Finalserie. Spiel 1 – Chicago Bulls gegen L.A. Lakers. Ein gewisser Michael Jordan setzt zum legendären Flug an und verzaubert die Massen. Und nicht nur die.

Ich war 14 Jahre alt und dieser Superstar des Basketballs hatte mein Herz erobert. Das klingt zwar irgendwie komisch, aber genau so war es. Jedes Mal, wenn ich seinen Namen hörte, war ich voller Aufregung.

Und so kam schnell eins zum anderen.

Neben seiner ganzen Persönlichkeit, interessierten mich auch seine Basketballstatistiken. Wie war seine Freiwurf-Quote? Wie viele Punkte erzielte er pro Spiel? Wie viele davon in den Playoffs? Es waren unglaublich viele Zahlen.

Und plötzlich war sie da – die Leidenschaft für schier endlose Datenreihen. Ich kaufte mir sogar spezielle amerikanische Magazine, die voll davon waren. 10 D-Mark kosteten diese damals. Sehr viel Geld für einen Teenager. Aber was spielt Geld schon für eine Rolle, wenn man sein Idol liebt und eine brennende Leidenschaft besitzt?

Damals war mir klar, mein Job wird mit Zahlen zu tun haben. Mit sehr vielen Zahlen. So viel war sicher.

Als Statistiker zu arbeiten, das erfuhr ich dann während meines BWL-Studiums, wäre mir zu langweilig gewesen. Und da ich sehr gerne mit Menschen kommuniziere, führte mein Weg in die Finanzberatung. Passt doch ganz gut, dachte ich mir in meinem jugendlichen Leichtsinn.

Doch ich sollte mich irren.

Die Finanzberatung, wie man sie kennt und leider zu Recht verschmäht, hat sehr wenig mit einer Planung seiner Finanzen zu tun, wie ich sie verstehe. Doch auch Finanzplanung ist nicht gleich Finanzplanung. Leider. Es könnte einfach sein.

Aber die Finanzindustrie-Lobby ist sehr stark. Für eine echte Finanzplanung ist keine Zeit und den meisten „Beratern“ fehlt es an Können und Wollen! Produkte müssen verkauft werden, damit Provisionen fließen. Nicht nur für die Bank, sondern auch an die Berater. So läuft das nun mal.

Diese Erfahrungen machte ich unter anderem auch bei der Deutschen Bank. Ich war Teil dieses Systems und ich wollte da raus.

Ende März 2011 verließ ich die Bank, um mich auf eigene Füße zu stellen.

Relativ schnell nahm ich an einer Fortbildung zum Thema „Versteckte Kosten in der Geldanlage“ teil. Meinen Kollegen und mir wurde schlecht. Was wir da hörten und anschließend berechnet bekamen, raubte uns den Atem.

Die Kosten sind so hoch, dass hier nur einer gewinnen kann. Und das ist nicht der Kunde.

Ich entschied einen Radikalschnitt zu machen. Mir wurde klar, dass ich in Zukunft von meinen Kunden auf Honorarbasis bezahlt werden möchte. Kein Hoffen mehr auf Produktabschlüsse, sondern durch ehrliche und faire Beratung einen echten Mehrwert liefern. Intelligente und kostengünstige Finanzlösungen gab es als Sahnehäubchen dazu.

Und wie reagierten meine Kunden auf diesen Sinneswandel?

Das Schlüsselerlebnis hatte ich mit einem Kunden von der Börse Stuttgart.

Dieser war erstaunt über meine Ehrlichkeit und dass ich 10.000 Euro an Provisionen zurückzahlen müsste, wenn er die kostenverseuchten Verträge kündigt. Mein neuer Ansatz und die neue Produktlösung gefielen ihm aber so gut, dass er mir eine zweite Chance gab. Mein Honorar bezahlte er anstandslos und sieben Neukunden-Empfehlungen bekam ich dazu.

Ich war überglücklich! Das Jahr 2012 wurde ein sehr erfolgreiches.

Doch ich fühlte mich noch nicht richtig wohl mit meiner Positionierung und meinem Dienstleistungsangebot.

Im Jahr 2014 lernte ich dann meinen Mentor aus England kennen. Neben unserer Leidenschaft für Zahlen, teilen wir aber auch die gleiche traurige Erfahrung.

Es geht um unsere Eltern.

Meine waren hart arbeitende Menschen und zählten schon die Jahre, bis sie endlich ihren Lebensabend in Kroatien verbringen konnten.

Bis dato hatte mein Vater meine Mutter immer mit den Worten vertröstet: „Wir werden unser Leben einmal genießen, sobald wir in Rente sind.“ Doch dazu kam es leider nicht. Meine Mutter verstarb viel zu früh im Alter von 57 Jahren an Brustkrebs und mit ihr einige Lebensträume.

„Wir werden genießen, wenn…“ – viel zu oft habe ich diesen Satz auch von meinen Kunden gehört.

Warum will alle Welt einem weismachen, dass man bis 67 arbeiten muss?

Was ist, wenn mir so viel Zeit gar nicht mehr bleibt oder meinem geliebten Partner?

Was ist, wenn mein Rücken nicht mehr mitspielt und ich die Weltreise mit meiner Tochter nicht antreten kann?

Was ist, wenn ich genug finanzielles Polster habe, um mit 55 auszusteigen, doch niemand sagt es mir (und alleine kann ich es nicht, weil mir die Leidenschaft für Zahlen fehlt)?

Was ist, wenn ich mir jetzt Zeit nehme, um meine Ehe zu retten?

Was ist, wenn ich den Job, den ich hasse, gegen einen tausche, der mich wirklich glücklich macht? …

Spannende Fragen, nicht wahr?

Und genau um solche und um die entsprechenden Exit-Strategien, geht es hier in meinem Blog und in meinem Beratungsunternehmen. Die schmerzliche Erfahrung durch den Tod meiner Mutter hat mir die Augen geöffnet. Sieben Jahre später, aber manchmal braucht es eben seine Zeit.

Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich eine ganz spezielle Gruppe von Lesern vor Augen, an die dieser Blog gerichtet ist.

Es sind Menschen, die ihren Status Quo hinterfragen.

So wie meine Kunden. Sie sind für mich smarte Helden. Sie geben sich mit dem Status Quo nicht zufrieden, sondern fordern ihn sogar heraus. Der Ausstieg aus dem Hamsterrad steht bevor. Es ist Zeit, die Fehler aus der ersten Lebenshälfte zu begraben und die zweite ausgefüllter und zufriedener zu gestalten. Das erfordert Mut und Stärke.

Mit diesem Blog möchte ich Sie dabei unterstützen.

In diesem Sinne, herzlich willkommen auf meiner Seite. Ich freue mich auf einen interessanten Austausch und wünsche mir, dass wir zu einer verschworenen Gemeinschaft heranwachsen.

Darum habe ich eine Bitte:

Kommentieren Sie, was das Zeug hält. Teilen Sie die Blogbeiträge und lassen Sie uns gemeinsam daran mitwirken, mehr Menschen in die private und berufliche Freiheit zu bringen. Lassen Sie uns smarte Helden sein, Vorbilder und Inspiration für andere.

Wir haben nur das eine Leben bekommen. Machen wir das Beste daraus.

Warum Ihnen mein 40. Geburtstag helfen kann, den Grundstein für Ihre eigene Exit-Strategie zu legen, können Sie hier nachlesen.

Herzliche Grüße,

Marin Marinov